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Nordkap-Reise
♦ Skizzen anfertigen ♦
Oft überlege ich, ob ich vor Beginn des Malens eine Skizze anfertigen soll. In den Lehrbüchern zur Aquarellmalerei wird dies empfohlen. Ich habe das auch eine Weile gemacht. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich dann beim Malen oft das Interesse an dem Motiv verliere, dass ich ungenau und schlampig werde. Das Motiv bietet keine Überraschungen mehr und meine Konzentration lässt nach. Seither skizziere ich vor dem malen eines Aquarells nicht mehr.
Aber das Zeichnen hat mir gefehlt und so habe ich mich bei der Reise zum Nordkap entschlossen wieder mehr zu zeichnen. Da habe ich jetzt auch meine bevorzugten Materialien gefunden.
Ich kaufte mir ein wirklich gutes Skizzenbuch, mit 270g Papier, das auch Wasser verträgt. Ich nahm Bleistifte, einen Tuschpinsel und eine Füllfeder mit schwarzer Tinte mit. Ich merkte schnell, dass mir die Füllfeder am besten liegt. Es ist eine normale Füllfeder mit einer 1,4 Feder für Schulanfänger. Die schwarze Tinte ist wasserlöslich und ich bearbeite die Zeichnungen mit einem alten Aquarellpinsel und Wasser. Die Skizzen wurden bald zu eigenständigen Zeichnungen und Bildern. Ich bin sicher, dass ich einige davon auch malen werde und dass ich weitere Skizzenzeichnungen anfertigen werde.

In dem kleinen Hafen von Nes zeichne ich ganz schnell einige Bilder von Hütten und Booten. Wichtig bei diesen skizzenhaften Zeichnungen ist mir die Reduktion auf das Wesentliche, vielleicht sogar auch nur auf die wesentliche Stimmung. Trotzdem sollte der Ort wiedererkennbar sein. Eine zusätzliche Schwierigkeit ist, dass eine Nachbearbeitung, d.h. die Ergänzung von Licht und Schatten erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Das bedeutet, dass ich nur die tiefen Schatten gleich setzen kann und mir die Halbschatten merken muss. Allerdings gebe ich die Lichtrichtung bereits durch die dunklen Schatten vor.

Bei dieser Zeichnung kann man das oben erwähnte gut sehen. Die dunklen Schatten unter den Häusern zum Wasser hin, fügte ich sofort hinzu. Durch das Verwaschen wurden sie noch deutlicher. Die Separierung in den Formen der Häuser musste ich mir merken und anhand der Erfordernisse des Bildes im Nachhinein entscheiden.
Manchmal ist weniger mehr. Mit nur wenigen Strichen habe ich die Richtung der Felsen angedeutet und bei der Überarbeitung durch das Verwaschen noch in Schatten verwandelt.
Beim Zeichnen habe ich über den Rand der Felsen geschaut und die Wiese auf meiner seite zugunsten der Darstellung der Höhe der Felsen weggelassern.

Eine zusätzliche Schwierigkeit beim Zeichnen ist, wenn sich das Motiv bewegt. Da hat man nur Sekunden um zu entscheiden, was wesentlich ist und was weggelassen werden kann. Man kann das Objekt nicht abbilden, sondern man muss es verallgemeinern. Dabei tritt eine weitere Schwierigkeit auf. Man muss vermeiden, auf frühere Informationen zurückzugreifen, also das zu zeichnen, das man im Kopf hat. Man muss das Objekt und die zeichnerische Lösung zu diesem Zeitpunkt finden.
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